Sthapatya Veda

Sthapatya Veda

Vergangenen Sonntag konnte ich einem Vortrag von Paul Lais über Sthapatya Veda beiwohnen. Dabei handelt es sich um ein uraltes Prinzip, wie man Bewohnungen im Einklang mit der Natur und letztlich dem Universum konzipiert und baut.

Mir hat der Vortrag und insbesondere Sthapatya Veda sehr gefallen, da die Grundsätze auf eine einfache und schöne Weise Sinn ergeben.

Ich versuche hier kurz diese zusammen zu fassen:

  • Den Grundriss eines Anwesens gestaltet man in Form eines Mandalas und daher grundsätzlich symmetrisch.
  • Als erstes wird immer eine Grenze, ein sogenannter Vastu, für das Anwesen definiert und in Form eines natürlichen Zauns umgesetzt – Paul sprach dabei auch von der Definition des zu erschaffenden (An)Wesens.
  • Innerhalb des Anwesens gibt es dann eine quadratische Aufteilung von “Feldern”, die den Himmelsrichtungen folgend jeweils eine bestimmte Qualität haben – die Küche wird z.B. im Südosten angesiedelt, alles aber so, dass die Sonne mehr oder minder den Tätigkeiten der einzelnen Bereiche im Anwesen folgen kann.
  • Dabei werden die vier Grundkräfte (NW = Luft, NO = Wasser, SO = Feuer und SW = Erde) den Himmelsrichtungen und den Tätigkeitsfeldern innerhalb des Anwesens zugeordnet.
  • Im Zentrum des Anwesens ist dann der Äther angesiedelt, die Essenz von allem sozusagen. Ganz wie in der Natur, wo beispielsweise die Essenz eines Samens auch in seinem Zentrum zu finden ist, ist im Sthapatya Veda das Zentrum, der Brahmasthan einzuplanen. Dieses Zentrum wird oft durch ein zentral gelegenes Oblicht ausgezeichnet, welches das gesamte Bauwerk von innen nach aussen illuminiert.
  • Der Eingang zum Anwesen ist im Osten oder Nordosten anzusiedeln.
  • Während das Mandala das eine Grundprinzip ist, sind die Proportionen ein weiteres.
  • Die Proportionen werden über die sogenannten Jyotish geregelt.
  • Das dritte Grundprinzip ist in den Qualitäten zu finden. Beispielsweise dadurch, dass entscheidende Vorgehen, z.B. der Spatenstich, die Vertragsunterzeichnungen etc., dem Mond- und Planeten-Stand gerecht terminiert werden.
  • Das vierte und letzte Prinzip ist jenes der Ausgewogenheit. Sthapatya Veda Häuser sind immer symmetrisch konzipiert. Symmetrie vertritt dabei sozusagen das Hoheitsgebiet der Ordnung und orientiert sich, wie die anderen Prinzipien, an Vorbildern der Natur.
  • Gefälle sollen im Osten oder Norden liegen.
  • Flüsse oder Gewässer sollen ebenfalls im Norden oder Osten gelegen sein.
  • Es sollte keine Starkstromleitungen im Umkreis von rund 200 Metern geben. Paul berichtete auch noch, dass in Sthapatya Veda Häusern, zwecks Reduktion unnatürlicher Magnetfelder, die Stromkabel (falls notwendig) gegenläufig verdreht verlegt werden – dadurch eliminieren sich die einzelnen magnetischen Gebilde gegenseitig.
  • Ferner sollte das Anwesen so positioniert sein, dass die Morgensonne mit einer Verzögerung von weniger als 12 Minuten einfallen kann.
  • Auch Fenster, sprich Fassaden, folgen dem Mandala-Prinzip.
  • Man habe ausserdem in Studien untermauern können, dass Sthapatya Veda Gebäude nach dem Meißner-Ochsenfeld-Effekt als Supraleiter fungieren und dadurch den Bewohnern einen grossen Schutz bieten.
  • Als letzte Grösse gilt es zu beachten, dass das Haus nicht zu hoch gebaut werden sollte. Je näher am Boden, desto besser.

Da wir ja im Rahmen von Architecture of Love speziell an den Pacific Domes interessiert sind, haben wir Paul auch auf einen Einsatz runder Formen angesprochen. Diese eignen sich für Behausungen nach dem Sthapatya Veda Prinzip übrigens auch. Paul meinte bloss, dass man dann ggf. auf Trennwände innerhalb der Domes verzichten sollte.

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